Sonntag, 5. Juni 2011

Der Weg zu Freude und Glück

Gerade lese ich einen kurzen Text von Thich Nhat Hanh mit obigem Titel. Nachdem ich den Abschnitt zur Achtsamkeit gelesen habe, entschließe ich mich, eine Pause vom Lesen zu machen und achtsam in mich hineinzuhorchen. Ich suche etwas, was dort jahrelang vorherrschend war, ich aber in letzter Zeit nicht mehr gefunden habe. Ich frage mich, wo sie geblieben ist, meine depressive Grundstimmung. Ich finde sie nicht mehr. Jahrelang war ich der vollen Überzeugung, einen depressiven Grundcharakter zu haben und nun das. Keine Frage, ich habe immer noch viele negative Fantasien, die mich ablenken und versuchen aus der Spur zu bringen. Und viel zu oft hänge ich diesen Fantasien viel zu sehr nach. Aber habe ich sie dann wieder losgelassen, ist da keine negative Stimmung mehr. Dieses grundsätzliche Zweifeln ist weg.

Für mich ist das ein Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das Kind in mir grummelt nicht mehr, seine Freude, die lange Jahre ganz tief vergraben war, kommt langsam zum Vorschein. Anscheinend habe ich gelernt mit ihm umzugehen, es vertraut mir wieder, mein inneres Kind. Es ist für mich ein großes Glück, welches mir auf diesem Weg zuteil wird. Ich lerne, die einfachen Dinge schätzen. Ich lerne, wo ich wirklich Freude finde. Nie habe ich mich so sehr an meinem kleinen Garten erfreut, wie in diesem Jahr. Schon immer war ich gerne draußen in der Natur, aber erst jetzt empfinde ich wahre Freude, wenn ich alleine auf einer Bank sitze und einfach nur der Natur lausche. Und das einfach, weil ich gelernt habe zu beobachten, achtsam zu betrachten. Und weil ich auch loslassen gelernt habe. Gedanken, Fantasien, sie kommen sowieso, aber ich bleibe nicht mehr einfach dran hängen und steigere mich hinein. Ich höre den Vogel zwitschern und denke 'STOP'. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf den Vogel und weg von der Fantasie, die dadurch verschwindet. So kann ich erst richtige Freude an dem empfinden, was mich umgibt und auch an dem, was in mir ist.

Mein Weg zu Freude und Glück. Alleine schon, dass ich diesen Weg gefunden habe macht mich glücklich. Und ich werde ihn mit Freude weitergehen.

3 Kommentare:

lizzy hat gesagt…

Hallo Dirk,

du bist mir im Vorbeilesen schon öfter über den Weg gehuscht. Aber hier bin ich jetzt zum ersten Mal gelandet. Und das freut mich. Ist nett hier ;)

Dirkii hat gesagt…

Danke Lizzy, ich freue mich immer über Menschen, die bei mir landen.

Johnny Dickdarm hat gesagt…

Hallo Dirk,

vielen Dank für diesen Beitrag und den Hinweis auf den Text von Thich Nhat Hanh: ich werde mir diesen auf jeden Fall einmal in einem ruhigen Moment zu Gemüte führen.

Auch ich war lange auf der Suche nach dem Glück / einem Sinn des Lebens und fühlte mich dabei auch depressiv und unausgeglichen. Daß ich mich durch meine Rastlosigkeit in diese unglücklich Situation brachte, vermochte ich nicht zu erkennen.

Bei mir war es das Buch "Leben im Jetzt" von Eckhart Tolle, welches mir die Augen öffnete. Jetzt weiß ich, daß ich mein Glück nicht in der Zukunft und schon gar nicht in der Vergangenheit finden kann. Es gibt nur diesen einen reell (er)lebbaren Moment: das Hier und Jetzt.

Die folgende kleine Geschichte bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt:

Ein großer Gelehrter fragte einst einen Zen-Meister, wie er Achtsamkeit im Leben übe. "Ganz einfach", antwortete dieser, "wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich arbeite, dann arbeite ich, und wenn ich schlafe, dann schlafe ich". "Aber das machen doch alle", entgegnete der Gelehrte ihm, "was soll daran denn so besonderes sein?" "Das stimmt nicht," hielt der Meister ihm entgegen, "die meisten Menschen sind beim Essen mit ihren Gedanken ganz woanders, bei der Arbeit denken sie an den Feierabend, und in der Nacht finden sie keine Ruhe, weil sie an den nächsten Arbeitstag denken müssen."

(Autor unbekannt)

Viele Grüße
Johnny D.